Kalorien und Emotionen – das Essverhalten von Kleinkindern

Die Mütter- und Väterberatung des Zentrums für Soziales konnte den bekannten
Kinderarzt Dr. med. Sepp Holtz für einen Vortrag gewinnen. Das Interesse war riesig.


Am 16. November 2022 referierte Dr. med. Sepp Holtz vor gut 130 interessierten Teilnehmenden im Businesspark in Sursee.
Dr. Holtz ist Entwicklungspädiater mit eigener Praxis in Zürich. Er ist auf zahlreichen Podcasts unter dem Namen «Familienbande» bei projuventute.ch oder auch auf Spotify zu hören.

Der Entwicklungspädiater erklärte auf eindrückliche Art und mit interessanten Beispielen gespickt, wie das Erlernen eines gesunden Essverhaltens abläuft. Eine grosse Frage, welche die Eltern von Kleinkindern bewegt, ist, wie viel ihr Kind essen soll? Dr. Holtz erläuterte, dass er darauf keine genaue Antwort geben kann. Der Kalorienbedarf sei sehr unterschiedlich. Er verglich es mit dem Schlafbedarf. Genau wie Kinder unterschiedlich viel Schlaf brauchen, benötigen sie auch unterschiedlich viele Kalorien. Über einige Tage beobachtet, könnte man einen durchschnittlichen Schlafbedarf oder eben auch einen durchschnittlichen Kalorienbedarf beim eigenen Kind herausfinden. Dieser kann dann aber von Tag zu Tag sehr variieren.

Dr. Hotz plädierte diese Fragen entspannt anzugehen. Eigentlich ist es ganz einfach: Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt. Sie schauen auf eine ausgewogene und halbwegs gesunde Ernährung. Die Kinder bestimmen, wie viel sie davon essen. Wenn dies bedeutet, dass sie nichts essen, dann darf das auch so sein. Sie werden bei der nächsten Mahlzeit essen.

Bekommt das Kind so genug Vitamine? Als Pädiater kann er die Eltern auch da entlasten. Es gäbe kaum Vitaminmangel bei gesunden Kindern. Der kindliche Körper nehme sich, was er brauche. Ausserdem sei kein Zusammenhang von sehr „gschnäderfrässigen“ Kindern und späteren Essstörungen bekannt. Wenn das Kind einen wachen, aufmerksamen Eindruck macht, aktiv ist und das Gewicht- sowie Längenwachstum ungefähr in der Norm liegt, sei alles in Ordnung.


Auf eine sehr eindrückliche Art und mit interessanten Videos weist er auch auf das Zähne putzen hin. Er erlebt Eltern in seiner Praxis, die den Kindern auf wenig liebevolle Art die Zähne putzen. Somit machen die Kinder negative Erfahrungen, wenn ihnen etwas in den Mund gesteckt wird. Dr. Holtz ist sich bewusst, dass die Eltern es durchaus gut meinen und die Kinder vor Karies schützen wollen. Das sei aber nicht der richtige Weg. Ein Risiko für Karies sind regelmässig gezuckertes Essen und Getränke und Schoppen in der Nacht. Das Zähne putzen ist wohl auch wichtig, sollte aber auf liebevolle Art und Weise geschehen.

Für die Mütter- und Väterberatung des Zentrum für Soziales, welche den Vortrag organisierte, gehören Fragen zur Ernährung oder auch zum Zähne putzen zum Alltag. Interessierte Eltern dürfen sich gerne an die Beraterin Ihrer Wohngemeinde wenden. Info unter ww.zenso.ch-> Mütter- und Väterberatung.